Vermittlung

Vermittlung ist für uns etwas Wichtiges und Naheliegendes im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Studio liegt auf einem Schulgelände mit mehr als 2000 SchülerInnen zwischen sechs und achtzehn Jahren. Der Wunsch, die SchülerInnen von Wien, aber auch alle anderen Generationen zu begleiten, ist uns ein ausgesprochenes Anliegen.

Alarmierende, ja sogar Katastrophenstimmung verbreitende Studien über die Überalterung des Kino- und Theaterpublikums sind nicht unsere Sache. Wir denken im Gegenteil, dass, sobald einmal die scheinbaren Grenzen zwischen der Populärkultur einerseits und einer intellektuellen Kultur andererseits überwunden ist, sich ein weites Feld zahlreicher Möglichkeiten eröffnet, die Jugend zu interessieren: Um ihrer Entfremdung entgegenzuwirken, möchten wir unser Haus auch für zahlreiche audiovisuelle Projekte öffnen.

Selbstverständlich werden wir daran arbeiten, die Vorstellung von Film und Theater als einer Kunstform und als eines Kulturguts weiterzugeben und junge Menschen folgendermaßen zu sensibilisieren:

# Durch die Organisation von Treffen und Ateliers mit den KünstlerInnen, die im Rahmen des allgemeinen Programms eingeladen werden: Sandra Iché über Sprache auf der Bühne, Sebastian Brameshuber über Wirklichkeit und Fiktion, Matías Piñeiro über die Freude am Spiel und Marion Siéfert über Schreiben für die Bühne,

# Durch die Organisation von Kinoveranstaltungen für die Schule und für junges Kinopublikum, in diesem Fall mit dem klaren Vorbild von in Frankreich gelebten Praktiken mit regelmäßigen Vorstellungen ab 9 Uhr morgens und den ganzen Tag lang bis zu den „klassischen“ Vorstellungen um 17, 19 und 21 Uhr,

# Durch die Organisation von Theaterveranstaltungen für die Schule und für junges Publikum, wobei am Ende der Vorstellung immer ein Zusammentreffen, eine Diskussion und ein Gespräch mit den KünstlerInnen vorgesehen ist.

Und schließlich, da wir das Konzept der Niederschwelligkeit sehr ernst nehmen:

# Mit dem gesamten Publikum. Dies soll deshalb möglich werden, weil wir anspruchsvolle Vorstellungen oder Filme anbieten, die die ganze Familie interessieren.

# Besondere Bedürfnisse. Durch die ordnungsgemäße Renovierung dieses Theaters und Kinos konnten wir endlich einen Zugang für körperlich beeinträchtigte Menschen mit vier Plätzen für Rollstühle schaffen. Der geplante Einbau eines Induktionssystems für schwerhörige Menschen soll diesen die Möglichkeit geben, die Vorführung mitzuverfolgen. Wir werden diesen Umstand in speziellen Schulen und Einrichtungen kommunizieren, damit klar wird, dass das Programm des Studios für die NutzerInnen zugänglich ist.

# Die Sprachen: Wir werden immer versuchen, Unter- und Übertitel auf Deutsch, aber auch auf Französisch und/oder Englisch anzubieten, um für jedes Publikum – auch die BewohnerInnen von Wien, die nicht Deutsch beherrschen – ,  ein interessantes Programm zu bieten.