Bewegungen eines nahen Bergs Sebastian Brameshuber

AT/FR-2019
85 Min.

4K digital 1:1,77
Super 16mm 1:1,77 DCP 2k, 1:1,85

Ton
Dolby 5.1

Sprache
Igbo, Deutsch, Englisch

Untertiteln
Deutsch (Englisch sowie Französisch verfügbar)

Regie, Drehburch, Koproduzent, Schnitt
Sebastian Brameshuber

Kamera
Klemens Hufnagl

Zusätzliche Kamera
Jenny Lou Ziegel

Schnitt
Dane Komljen

Zusätzliche Schnitt, künstlerische Beratung
Bárbara Palomino Ruiz

Ton, sound design
Johannes Schmelzer-Ziringer

Tonmischung
Simon Apostolou

Produzenten
Ralph Wieser Mischief Films, David Bohun Panama Film

Koproduktion
Le Fresnoy – Studio national des arts contemporains

  • English
  • Français
  • Deutsch

In a remote, abandoned industrial site near a centuries-old ore mine in the Austrian Alps, a self-taught mechanic runs a business exporting used cars to his native Nigeria. As he pursues his lonely day-to-day activities with wondrous serenity, past, present and future begin to overlap, and memories of a lost friendship resurface against the backdrop of a mysterious promise of everlasting resources.

Aux pieds d'une mine multiséculaire des Alpes autrichiennes, dans un site industriel délaissé, un garagiste autodidacte gère son affaire d'export de voiture d'occasion vers son Nigeria natal. Tandis qu'il mène d'une fabuleuse sérénité ses activités solitaires au jour le jour, le passé, présent et futur continuent d'inexorablement s’emmêler. Les souvenirs d'une amitié perdue refont surface sur fond de mystérieuse promesse de ressources éternelles.

Ein aufgelassenes Industriegelände unweit einer jahrhundertealten Erzmine in den steirischen Alpen: Hier führt ein selbstgelernter Mechaniker einen Handel mit gebrauchten Autos und Ersatzteile zwischen Österreich und seiner alten Heimat Nigeria. Während er für sich allein und mit wundersamer Gelassenheit sein Tagwerk verrichtet, beginnen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu überlagern. Ein mysteriöses Versprechen ewiger Ressourcen trifft auf Erinnerungen an eine verloren geglaubte Freundschaft.

Grand Prix Cinéma du réel

Die Eleganz von Sebastian Brameshubes Regie und seine einfallsreiche Anwendung der hors-champ-Dimension sind außergewöhnlich. Es ist dem Regisseur gelungen, zutiefst menschliche Protagonisten zu zeigen, die uns berührt und bewegt haben – so die Jury-Begründung von Carlo Chatrian ( Berlinale künstlerische Leiter), Mahamat-Saleh Haroun, Nino Kirtadze und Madeleine Molyneaux. Einstimmig hat die Jury den Grand Prix cinéma du réel an Sebastian Brameshubers Film verliehen.

Biografie
Sebastian Brameshuber studierte Bühnen- und Filmgestaltung an der Universität für angewandte Kunst Wien und zeitgenössischen Film am audiovisuellen Recherchezentrum Le Fresnoy – Studio National des Arts Contemporains in Frankreich. Seit 2004 werden seine Arbeiten regelmäßig bei Film- und Medienkunstfestivals wie beispielsweise Berlinale, Viennale, Cinéma du Réel, FID Marseille, BAFICI, Karlovy Vary FF, Sarajevo FF, EMAF Osnabrueck, Impakt Utrecht, Media Art Friesland, gezeigt und manchmal auch ausgezeichnet. Nach Muezzin im Jahr 2009 und Und in der Mitte, da sind wir 2014 ist Bewegungen eines nahen Bergs sein dritter Langfilm.


www.sebastianbrameshuber.com

Pressespiegel

  • Ein Film am Scheideweg, voller Fremdartigkeit und Relevanz. Paradiesische Reinheit des Berges, Überreste der produktivistischen Zivilisation, Metapher der Wiederverwertung, Ganzheit eines Film-Tableaus.

  • Man wird ein Filmfestival wie die Diagonale nicht auf einen einzelnen Film oder auf einen einzelnen Begriff bringen können, aber von Brameshubers Die Bewegungen eines nahen Berges strahlt in diesem Jahr eine Menge aus.

  • Ein Film, der für das Kino gemacht ist.

  • Man geht von dannen – beeindruckt von Brameshubers Anspruch,  die ganze Welt in einem Film einzuschließen.

  • Ein Hanging-Out-Film in Reinkultur.

  • Ein asketischer Dokumentarfilm, dabei ohne Sprödigkeit, schlicht aber tief, der sein eigenes Tempo durchzusetzen versteht.

  • Brameshuber ist mit Bewegungen eines nahen Bergs ein liebevolles Porträt gelungen. Und er schafft, was auch eine der Aufgaben von Film sein kann: die Neugier zu befriedigen, ohne Verrat am Subjekt zu begehen.

  • Es ist kein typischer Dokumentarfilm rund um Soziothemen, eher eine tiefgründige menschliche Doku, die unter dem Deckmantel der Geschichte über einen Mann und seine Arbeit eine ganze Reihe von Fragen aufwirft, darunter auch über Rasse, Klasse, Geographie, politische Ökonomie oder Kolonialismus. Gleichzeitig ist Bewegungen eines nahen Bergs wunderschön anzusehen – dank der hinreißenden Kamera von Klemens Hufnagl, der auf zumeist breite Einstellungen setzt und mit verschiedene Formaten und Körnigkeit experimentiert. Für den Schnitt verantwortlich ist der bosnische-serbische Slow Cinema Doku-Fiktion Autor Dane Komljen, und er passt ausgezeichnet zu der Geschichte. Wer hätte gedacht, dass Autos zu verschrotten auf einer Bergstraße genauso meditativ sein kann wie diese dort zu fahren?

  • Einen Raum schaffen, wo sich Gegenwart und Vergangenheit überlagern.

  • Brameshuber has achieved that wonderfully simple thing where all you have to do is look and see and listen to what is happening on screen in order to get closer to another human being,where in the process of watching everything is revealed, and simultaneously kept mysterious.