La Flor Mariano Llinás

AR/2009-2018
6 Episoden in 8 Akten, 808 MIN

(Akt 1: 167 Minuten, Akt 2: 59 Min., Akt 3: 106 Min., Akt 4: 112 Min., Akt 5: 126 Min., Akt 6: 99 Min., Akt 7: 117 Min., Akt 8: 107 Min.)

1:1.77, DCP Farbe und Schwarz/Weiß

Original ESP, FR, EN, RUS, DE, SWE, IT
OmdU oder OmeU

Regie
Mariano Llinas

Produktion
Laura Citarella

Kamera
Agustin Mendilaharzu

Musik
Gabriel Chwojnik

Ausstattung
Flora Caligiuri, Carolina Sosa Loyola

Ton
Rodrigo Sanchez Marino

Schnitt
Alejo Moguillansky, Agustin Rolandelli

Art Director
Laura Caligiuri, Flora Caligiuri

DarstellerInnen
Elisa Carricajo, Pilar Gamboa, Valeria Correa, Laura Paredes

eine El Pampero Cine Produktion

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A decade in the making, Mariano Llinás’s La Flor is an unrepeatable labor of love and madness that redefines the concept of binge viewing. The director himself shows up at the start to preview the six episodes that await, each starring the same four remarkable actresses: Elisa Carricajo, Valeria Correa, Pilar Gamboa, and Laura Paredes. Overflowing with nested subplots and whiplash digressions, La Flor shape-shifts from a B-movie to a musical to a spy thriller to a category-defying metafiction—all of them without endings—to a remake of a very well-known French classic and, finally, to an enigmatic period piece that lacks a beginning (granted, all notions of beginnings and endings become fuzzy after 14 hours). An adventure in scale and duration, La Flor is a wildly entertaining exploration of the possibilities of fiction that lands somewhere close to its outer limits. (synopsis courtesy of the Film Society of Lincoln Center)

La Flor de Mariano Llinás constitue l'une des œuvres cinématographiques les plus ambitieuses de ces dernières années car elle réussit rien moins qu'à embrasser dans un même élan créateur sans limites l'ensemble de l'histoire du cinéma ! Une telle ambition réalisée avec une économie de moyens extraordinaires, laisse pantois. Imaginez six épisodes d'histoires couvrant plusieurs genres de l'histoire du cinéma : série B, fantastique, espionnage, film d'amour, thriller, remake, expérimental, muet, making of, musical, etc. Avec un bouleversement de la chronologie, plusieurs allers-retours sur une même scène pour tenir compte du regard de plusieurs protagonistes, un hors-champ où le réalisateur apparaît sous ses propres traits de narrateur d'histoires alambiquées... La première histoire avec son code explicite du film de genre, est une première invitation faite aux spectateurs pour découvrir un quatuor extraordinaire d'actrices qui ont pour particularité de former aussi en dehors du film la compagnie de théâtre Piel de Lava. C'est déjà là une rencontre fructueuse entre le théâtre et le cinéma, rappelant également que la richesse d'expression du cinéma se puise en permanence dans tous ses arts périphériques. Ainsi, le cinéma est l'héritier de toute la littérature du XIXe siècle et l'écriture, qu'il s'agisse de l'usage des cartons, des annotations dans des carnets, de l'écriture sur un ordinateur, de livres comme sources d'inspiration pour raconter une histoire, sont omniprésents dans le film. De même, l'épisode trois, le plus long de tous, consacré au film d'espionnage, rappelle que le conflit idéologique entre USA et URSS a nourri tout un pan de cinéma, qu'il s'agisse de science-fiction, de films d'horreur, de policier et d'espionnage. Une expérience hors normes pour le spectateur.

Ein Film, der mit sechs Episoden, die von verschiedenen Filmkunstformen inspiriert sind, der Kinogeschichte Anerkennung zollt. Jede Episode gehört einem Genre an. Die erste Episode könnte als B-Film betrachtet werden, also als diejenige Sorte von Film, welche die Amerikaner früher mit geschlossenen Augen gedreht haben und heute einfach nicht mehr drehen können. Die zweite Episode ist eine Art Musical mit einem geheimnisvollen Touch. Die dritte Episode ist ein Spionagefilm. Die vierte ist schwer zu beschreiben. Die fünfte ist von einem alten französischen Film inspiriert. Und die letzte Episode handelt von einigen gefangenen Frauen, die im 19. Jahrhundert, nach vielen Jahren bei den Indianern, aus der Wüste zurückkehren.

Zehn Jahre lang hat Mariano Llinás an seinem knapp 14-stündigen Epos gearbeitet, und das Ergebnis zählt unbestritten zu den außergewöhnlichsten Kinoereignissen des Jahres. Elisa Carricajo, Valeria Correa, Pilar Gamboa und Laura Paredes bilden für drei Kapitel ein fulminant aufspielendes Quartett, das in sechs Episoden und acht Teilen, umgeben von Dutzenden NebendarstellerInnen, als betörend roter Faden der Serie fungiert. Verwirrend? Dabei ist alles ganz einfach: Jede Episode bezieht sich auf ein klassisches Filmgenre, das Llinás genüsslich dekonstruiert und dem er zugleich huldigt –wie zum Auftakt, im ersten Kapitel, dem Horror mithilfe einer eingeschleppten Mumie und dem Melodram mit eifersüchtigem Gesang.

Kapitel II
Als Agentenfilm aus dem Kalten Krieg verkleidet Llinás dieses Kapitel, mit dem er seine ungewöhnliche Reise in die Kinogeschichte fortsetzt – und abermals nicht zu Ende bringt –, verkleidet Llinás als Agentenfilm aus dem Kalten Krieg. Eine Entführung im argentinischen Nirgendwo, undurchsichtige Motive des Auftraggebers im grauen Brüssel, eine Grenzüberschreitung im geteilten Berlin (Fritz-Lang-Straße!) und die Geheimnisse eines weiblichen Maulwurfs in London bilden die kunstvoll ineinander verschachtelten Erzählungen.

Kapitel III
Am Ende kann es kein solches geben. Nach Referenzen an den französischen Autorenfilm, den Heimkehrer-Western und die Memoiren Casanovas, nach dem plötzlichen Auftauchen eines Filmemachers und der Meuterei seiner mittlerweile natürlich gealterten Schauspielerinnen muss Llinás für sein Opus magnum aber zumindest ein Resümee ziehen. Wie es weitergeht? Das wird hier natürlich nicht verraten. Aber so viel steht fest: La Flor bleibt ein wunderbares Mysterium, wie es sich Llinás’ Landsmann Borges nicht besser hätte ausdenken können. Mit eigens für postmoderne FährtenleserInnen gemachten Wegen, mit so vielen und zugleich keinen Ausgängen.
[Michael Pekler, Viennale]

Festival und Preise

Hubert Bals Fund Publikumspreis – IFFR (International
Film Festival Rotterdam) fur
LA FLOR – Teil 2

Publikumspreis – IFFR (International Film Festival Rotterdam) fur LA FLOR – Teil 1

Bester Film – BAFICI (Buenos Aires International Film Festival)

Beste Darstellerinnen (Piel de Lava Quartett:
Elisa Carricajo, Valeria Correa, Pilar Gamboa
und Laura Paredes) – BAFICI
(Buenos Aires
International Film Festival)

Jury Preis – Biarritz Festival Amérique Latine

Locarno Film Festival, Toronto IFF, New York Film Festival

Biographie

Der argentinische Regisseur und Drehbuchautor Mariano Llinás gehort zusammen mit Laura Citarella, Alejo Moguillansky und Agustín Mendilaharzu zur Filmgruppe El Pampero Cine. Seinen Erstling, den Dokumentarfilm Balnearios, realisierte er im Jahr 2002. Sein Spielfilm Historias extraordinarias (2008) erhielt eine Auszeichnung der Argentinischen Academia de las Artes y Ciencias Cinematográficas de la Argentina fur das beste Drehbuch und La Flor (2009 – 2018) gewann den Hubert Bals Publieksprijs in Rotterdam.

Pressespiegel

  • Wer jeden Tag ins Kino geht, sieht meist einen neuen Film – und mittlerweile oft eine Fortsetzung. Einem der unterhaltsamsten und zugleich außergewohnlichsten Filme des Jahres gelingt allerdings beides: La Flor

  • Die Vorfreude steigt, ganz ohne Cliffhanger

  • Ein formidables Frauenquartett

  • Uberwaltigend stark

  • Wer sich also jeden Morgen um halb neun in denselben Kinosaal setzte, der sich von Tag zu Tag mehr fullte, kam zunehmend aus dem Staunen nicht mehr heraus.

  • Ich hatte es mir so gewunscht, und es kam viel besser: La Flor ist nicht nur ein spielerisch kluges Arrangement der Kinobezuge, sondern ein formvollendetes Pastiche.

  • La Flor ist selten weniger als lustig und ofter mehr als spannend, und wie bei vielen anderen sehr langen Filmen – wie z.B. Peter Watkins The Journey (14,5 Stunden), Jacques Rivetes Out 1 (fast 13) und Béla Tarrs Sátántangó (magere 7,5) ist es Teil der Erfahrung, mit dem Film uber seine Lange hinaus zu leben und ihn dabei zu sehen, wie er sich andauernd neu erfindet.

  • Seine Schauspielerinnen-Truppe, seine großartigen Erkundungen aller Genres zeichnen dieser Mammutfilm als außergewohnliches Werk, das die Pionier- Energie des Kinos wieder aufnimmt.

  • Ein Film, der sich dem kinematographischen Schwerkraftsgesetz widersetzt.

  • Erfinderisch à la Borges, uppig à la Bolaño, spielerisch à la Hergé. Das Kino wird niemals wieder dasselbe sein.

  • Rar ist ein Film, der auf so beilaufig und sublime Art und Weise das Gewicht der Geschichte sowie angehaufte Erfahrung mit sich tragt.

  • Llinás verliert nie sein Gespur fur Verspieltheit und Spaß. Dies hat zum Teil mit seiner Einbeziehung verrufener Genres und der Myriade von Vergnugen, die sie anbieten konnen, zu tun.

  • Also, ein letztes Mal: was tun mit einem 14-stundigen Film? Ihn anschauen, naturlich!