Shoah Claude Lanzmann

FR-1974-1985, 566 Min.
Original Französisch, Englisch, Deutsch, Hebräisch, Polnisch, Jiddisch mit deutschen Untertiteln

Regie, Drehbuch, Produktion:  Claude Lanzmann
Kamera:  Dominique Chapuis, Jimmy Glasberg, William Lubtchansky
Schnitt: Anna Ruiz, Ziva Postec
Ton: Bernard Aubouy, Michel Vionnet
Produktion: Les films Aleph, Historia Films

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Claude Lanzmann a retrouvé des rescapés juifs des camps d’extermination. Il a traqué les nazis qui se cachaient et réussi à les filmer clandestinement. Il est retourné sur les lieux, dans les villages limitrophes de Chelmno, Ponari, Treblinka, Sobibor, Auschwitz, pour interroger les témoins polonais. Ni fiction – tous les protagonistes ont été en contact direct avec les camps –, ni documentaire – il ne s’agit pas d’une compilation de souvenirs –, Shoah est avant tout un film de la mémoire (Claude Lanzmann parle, lui, d’“immémorial”) qui abolit la distance entre le passé et le présent.

Sans recourir aux documents d’archives – il n’y a pas un cadavre dans cette œuvre pétrie de mort – ni aux “images chocs”, Shoah (“anéantissement”, “destruction”, en hébreu) démonte les rouages de la “solution finale”. “Nous avons lu, après la guerre, quantité de témoignages sur les ghettos, sur les camps d’extermination ; nous étions bouleversés, écrivait Simone de Beauvoir en 1985. Mais, en voyant aujourd’hui l’extraordinaire film de Claude Lanzmann, nous nous apercevons que nous n’avons rien vu. Malgré toutes nos connaissances, l’affreuse expérience restait à distance de nous. Pour la première fois, nous la vivons dans notre tête, notre cœur, notre chair. […] Jamais je n’aurais imaginé une pareille alliance de l’horreur et de la beauté.”

Avec le soutien de l'Institut français.

Die filmische Auseinandersetzung mit dem Holocaust ist immer auch eine mit der Darstellbarkeit des nicht Darstellbaren. Zu dieser Diskussion hat Lanzmann mit Shoah einen herausragenden, radikalen und formal strengen Beitrag geleistet. Er spricht mit Zeugen des Massenmordes in den Vernichtungslagern und Überlebenden des Warschauer Ghettos, mit Tätern, Zuschauern und jüdischen Überlebenden der Sonderkommandos. Lanzmann fragt nicht nach dem Warum, sondern nach dem Wie. Beharrlich und sachlich erkundigt er sich nach einer Fülle von Details. Der Film kommt gänzlich ohne Kommentar und Archivmaterial aus und zeigt keinen einzigen Toten. Stattdessen führt er an die Orte der Vernichtung in der Gegenwart.

Das hebräische Wort ›Shoah‹ bedeutet ursprünglich Untergang, Katastrophe. Mit Claude Lanzmanns gleichnamigem Film hat es als Bezeichnung für die massenhafte Vernichtung von Juden im Nationalsozialismus auch Eingang in die deutsche Sprache gefunden. Nach dreieinhalb Jahren Recherche sowie Dreharbeiten, die sich über fünf Jahre hinzogen, entstand in einem vierjährigen Montageprozess aus dreihundertfünfzig Stunden Material ein neuneinhalbstündiger Film. Lanzmann hat mit Zeugen des Massenmordes in den Vernichtungslagern von Treblinka, Chelmno und Auschwitz und mit Überlebenden des Warschauer Ghettos gesprochen; mit Tätern wie dem ehemaligen Unterscharführer Franz Suchomel in Treblinka, mit polnischen Bauern aus der Umgebung der Lager und mit jüdischen Überlebenden, die in ›Sonderkommandos‹ in den Gaskammern und Krematorien gearbeitet haben. Der Film kommt gänzlich ohne Kommentar und Archivmaterial aus und zeigt keinen einzigen Toten. Stattdessen führt er an die Orte der Vernichtung in der Gegenwart. Lanzmann fragt in seinem Film nicht nach dem Warum, sondern nach dem Wie. Beharrlich und sachlich erkundigt er sich nach einer Fülle von Details. Auf diese Weise gelingt es ihm, die Täter zum Sprechen zu bringen und den Überlebenden bei ihrer oft übermenschlich wirkenden Anstrengung, das Erlebte in Worte zu fassen, zur Seite zu stehen.

Mit der Unterstützung des Institut français.