Les garçons sauvages Bertrand Mandico

FR-2017, 110 Min., Super 16mm, Schwarzweiß/Farbe,  1,66:1, DCP OmdU
Regie und Drehbuch: Bertrand Mandico | Mit Pauline Lorillard, Vimala Pons, Diane Rouxel, Anaël Snoek, Mathilde Warnier, Sam Louwyck, Elina Löwensohn und Nathalie Richard | Kamera: Pascale Granel | Kameraassistenz: Nicolas Eveilleau | Beleuchtung: Sylvain Verdet | Schnitt: Laure Saint-Marc | Ton: Simon Apostolou, Daniel Gries | Szenenbild: Astrid Tonnelier | Kostüme: Sarah Topalian | Regieassistenz: Camille Servignat | Casting: Kris de Bellair | Technische Leitung: Emma Lebot | Farbbestimmung: Yannig Willmann, Marie Gascoin | Musik: Pierre Desprats, Hekla Magnúsdóttir | Ausführende Produzentin & Produktionsleitung: Mathilde Delaunay | Produzent: Emmanuel Chaumet | Eine Ecce Films Produktion

  • English
  • Français
  • Deutsch

Some might be quick to suggest Mandico’s similarities with Guy Maddin due to his new film’s whacked-out narrative, alienating use of studio sets, and brusquely outré acting. Exiled teenagers are sentenced to hard labor on a mysterious island, left to their own devices and then transformed… All the teens are played by actresses, with ever-fearless, weather-beaten Elina Löwensohn leading the way. Little else in 2017 was quite as exhilarating, eye-popping, intoxicating, seductive, carefree, funky, sexy, and fun. — Olaf Möller

Début du vingtième siècle, cinq adolescents de bonne famille épris de liberté commettent un crime sauvage. Ils sont repris en main par le Capitaine, le temps d’une croisière répressive sur un voilier. Les garçons se mutinent. Ils échouent sur une île sauvage où se mêlent plaisir et végétation luxuriante. La métamorphose peut commencer…

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts begehen fünf Jungs aus gutem Hause, die dem Okkulten huldigen, ein scheußliches Verbrechen. Daraufhin werden sie einem alten Kapitän anvertraut, der ihnen auf seinem Kahn mit harter Hand wieder Zucht und Ordnung beibringen soll. Von der Schikane zermürbt und mit den Kräften am Ende proben sie den Aufstand – und stranden auf einer Insel voller bizarrer Gewächse, von der eine mysteriöse Kraft ausgeht. Nach einiger Zeit beginnt ihr Zauber, sie zu verändern…

Pressespiegel

  • JETZT REGNET ES DIAMANTEN

    Es ist ein Abenteuer. Es ist eine Erleuchtung. Die Filme von Bertrand Mandico sind ein üppiger Tropenwald voll schillernder Farben und Blüten, voll Schatten und Wehmut, voll Gleichmut und erotischer Faulheit. Es gibt auch Galerien von Edelsteinen und Voodoo-Totems, die aussehen, als hätte man sie direkt aus unserem Skelett geschnitten, in einer Szenerie von unerbittlichem Schwarz und unglaublicher Detailverliebtheit. Und die Worte fallen wie Orakelsprüche, zwischen sprühendem Witz und einem Todesurteil. Bisher hatte Bertrand Mandico den Kurzfilm zum Labor seiner größten Experimente gemacht: jeder Film hatte die Erhabenheit eines Blitzes, der den Sturm am viel zu ruhigen Himmel des gegenwärtigen Kinos ankündigt. Jetzt regnet es Diamanten.

    The Wild Boys könnte ein Roman sein – angesiedelt irgendwo zwischen Jules Vernes und R. L. Stevenson – den ein Kind für sich allein an einem schulfreien Tag liest. Allerdings ist dieses Kind schon eingeschlafen, der Roman wird lebendig und die Figuren erwachen zum Leben: er verwandelt sich in einen Film, der unablässig überschäumt vor Symbolen, durchgedrehten Archetypen und irren Anspielungen. Dieser Wahnsinn hat jedoch Methode. Den ganzen Film lang verkünden die Geister Shakespeares, der Nacht des Jägers und Rimbauds das künstlerische, amouröse und politische Programm der nächsten Jahre. Bei Bertrand Mandico ist alles Metamorphose. Was er uns zeigt, verändert und verwandelt uns. Was er uns vor Augen führt, reißt uns aus unserem trüben Alltag und versetzt uns in einen visionären Zustand, aus dem alle Pracht geboren wird. Das ist auch der Grund, warum der Film so politisch (die Neuerfindung einer positiven Verbindung zwischen Krieg und Freibeuterei) und so sexuell sein (bedingungslose Emotionen bei der Entdeckung neuer Beziehungen, Erotisierung von allem), ohne je auf eine eindeutige Aussage, die seine starke Poesie einschränkt, reduziert werden zu können.

    Kunstempfinden ist Liebe auf den ersten Blick. Ein Film überzeugt oder enttäuscht bereits mit seinen ersten Bildern. Bereits in seinen ersten Bildern ist The Wild Boys ein Meisterwerk: ein Quell von Wein, Milch und Honig, der aus der verdorrten Erde hervorsprudelt.

  • Ein schmutzig-süßer erotischer Traum.

  • Ein Kinoerlebnis, das einem noch lange im Gedächtnis bleibt!

  • The Wild Boys ist eine Fantasie über Grenzüberschreitungen aller Art. Vor zwei Jahren tauchte das eigenwillige Werk von Bertrand Mandico beim Filmfestival in Venedig auf, nun kommt es ins Kino: zu Recht, denn es stellt einen modernen Mythos dar, der perfekt in die Gegenwart passt. In eine Gegenwart, die mit der Fluidität der Geschlechter längst Ernst gemacht hat.

  • Elina Löwensohn als Insel-Kauz Severin/e macht das campy Bootcamp komplett.

  • Gefilmt in flirrendem Schwarzweiß mit surrealen Farbspritzern. Als hätten Guy Maddin und Kenneth Anger einen von Joseph Conrads Alpträumen für einen Sexploitation-Produzenten verfilmt.

  • Ungehemmt und zutiefst bizarr. Mandico hat einen unbändig seltsamen Debütfilm abgeliefert.

    The Guardian
  • Am schönsten ist der Film, wenn er die Sprache hinter lässt und  sich wie im Musikvideo ganz seinen psychedelischen, sexuell aufgeladenen  Bildwelten hingibt.